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Kapitel 3: Klassische Ansätze und deren Probleme

Wirkungsvolle Änderungen der Wirtschaft – die auf eine Abschwächung des Wirtschaftswachstum zielen – sind extrem schwierig umzusetzen.

Der Grund dafür ist, dass wir es mit einem System tun haben, das aus verschiedenen Akteur:innen besteht.

Unternehmen

Wie wir im vorhergehenden Kapitel «Wirtschaftswachstum» behandelt haben, stehen aktienkotierte Unternehmen unter Druck. Sie können nicht einfach nach moralischen Gesichtspunkten handel, da sie möglichst profitabel sein müssen, um ihre Anleger:innen zu behalten.

Wichtig ist aber, dass nicht alle Firmen börsenkotiert sind. Es gibt kleine und mittlere Unternehmen, die sehr wohl verantwortungsbewusst handeln. Diese Tatsache wird für den Lösungsansatz wichtig.

Zudem gibt es auch unter den börsenkotierten Unternehmen Bestrebungen nach vermehrt moralischem Verhalten. Denn: Schlussendlich schauen gewisse Konsument:innen genau hin, wie die Firmen wirtschaften und entscheiden sich bewusst für verantwortungsbewusste Firmen.

Konsument:innen

Konsument:innen werden von Firmen stark unter Druck gestellt – und zwar mit Werbung. Heutzutage werden Konsument:innen mit mehreren Tausend Werbebotschaften pro Tag konfrontiert.

Mit der zunehmenden Professionalisierung der Werbung, werden die Werbebotschaften immer raffinierter. So wird Werbung heute meist nicht mehr offensichtlich als «Kauf mich!»-Botschaft formuliert, sondern in eher in Form von unterhaltsamen «Content» präsentiert. Vermehrt merken die Konsument:innen nicht einmal, dass sie Werbung konsumieren.

Unter diesen Umständen ist es fast unmöglich, als Konsument:in neutral zu bleiben und nicht auf Kaufanreize zu reagieren.

Aber es ist nicht nur schwierig, sich gegen die Kaufanreize zu wehren. Wenn man sich dazu entscheidet, als Einzelperson verantwortungsbewusst zu handeln, muss man auch schnell feststellen, dass man nur einen begrenzten Einfluss nehmen kann: Nämlich immer nur im Rahmen seiner eigenen Möglichkeiten.

Firmen und Politik können mit ihren Entscheiden grösseren Einfluss erzielen – denn ihre Entscheide wirken zwingendermassen immer auf mehrere Menschen gleichzeitig.

Politik

In der Politik ist – je nach Region – Wille zu Veränderung vorhanden. Beispiele gibt es unter anderem in der EU, mit der Einführung des Rechts auf Reparatur oder in Neuseeland, welches das klassische BIP gegen eine Einheit wechselte, die auch soziale Aspekte berücksichtigt.

Aber: Leider wird dieser Wille der Politik aktiv gebremst durch Lobbyieren der Anleger:innen und Firmen.

Nächstes Kapitel

Kapitel 4: Lösungsansatz - eine koordinierte, aktivistische Bewegung aus Unternehmen

Weitere Kapitel

Kapitel 1: Wir müssen unsere Wirtschaft neu denken

Kapitel 2: Ungebremstes Wirtschaftswachstum