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Kapitel 2: Wirtschaftswachstum

Es gibt gute Gründe für Wirtschaftswachstum.

Das Bevölkerungswachstum ist einer der wichtigsten Gründe dafür.

Wenn es mehr Menschen gibt, muss die Wirtschaftsleistung steigen, damit alle Menschen arbeiten können und genügend Güter zum Leben haben.

Wirtschaftswachstum zur Anhäufung von Geld

Nebst den berechtigten Gründen, muss die Wirtschaft aber auch wachsen, um die Anhäufung von Geld zu ermöglichen. Damit ist gemeint:

Wohlhabende Personen investieren ihr Geld, um daraus mehr Geld zu machen.

Einer der aus meiner Sicht problematischsten Möglichkeiten, wie Geld vermehrt werden kann, ist über Aktien.

Aktien: Ein bodenloses Fass

Aktien setzen Firmen unter Druck, fortlaufend Profit zu erwirtschaften. Denn nur Firmen, die Profit erwirtschaften, können eine Dividende auszahlen und sind somit für Anleger:innen interessant.

Wird eine Firma unrentabel, wird das für Aktionär:innen zu einem Risiko. Je grösser das Risiko wird, desto eher verkaufen die Aktionär:innen ihre Aktien, was die Existenz der Firma bedroht.

Im Zentrum des Handelns steht für die Firma somit, Profit zu erwirtschaften und die Anleger:innen zu behalten – nicht, einen Beitrag zum Gelingen der Gesellschaft beizutragen.

Das Verhalten der Firmen ist nachvollziehbar – andersrum würden die Firmen ihre eigene Existenz bedrohen.

Und dennoch: Ethisch Betrachtet ist es verantwortungslos, das Erwirtschaften von Profit über alles Andere zu stellen.

Auf dem Boden der Realität

Der Überfluss an Gütern der westlichen Gesellschaft ist eine der Folgen des Strebens nach immer mehr Profit. Bei uns in der westlichen Gesellschaft hat sich der Konsum entkoppelt von jeglichen Bedürfnissen.

Wir konsumieren nicht, um zu leben, sondern weil wir von Firmen dazu verleitet werden.

Steigender Konsum bedarf mehr Ressourcen. Denn: Wer mehr Holz braucht, muss mehr Bäume anpflanzen und fällen. Wer mehr Metall braucht, muss mehr Minen graben und Erz schmelzen. Wer mehr Beton braucht, muss mehr Sand abbauen und diesen weiterverarbeiten.

Steigender Konsum geht immer einher mit einer steigenden Belastung für die Welt.

Wenn wir unseren Planeten entlasten wollen, müssen wir eine neue Wirtschaft denken.

Eine Wirtschaft, die nicht darauf gründet, ständig zu wachsen.

Nächstes Kapitel

Kapitel 3: Klassische Ansätze gegen ungebremstes Wirtschaftswachstum

Weitere Kapitel

Kapitel 1: Wir müssen unsere Wirtschaft neu denken

Kapitel 4: Lösungsansatz - eine koordinierte, aktivistische Bewegung aus Unternehmen